Eine Pilzinfektion des Nagels entsteht in mehr als 80% der Fälle durch Fadenpilze (Dermatophyten). Diese benötigen Hornmaterial (Keratin) als Existenzgrundlage. Daher befallen sie Nägel, Haut und Haare – aber nicht die Schleimhäute.

Eine Pilzinfektion des Nagels entsteht in mehr als 80% der Fälle durch Fadenpilze (Dermatophyten). Diese benötigen Hornmaterial (Keratin) als Existenzgrundlage. Daher befallen sie Nägel, Haut und Haare – aber nicht die Schleimhäute.
Seltener sind Schimmelpilze und Hefepilze (Candida-Arten) an einem Nagelpilz beteiligt. Aus der Klasse der Fadenpilze sind zwei Krankheitserreger für etwa 80% aller Infektionen mit Nagelpilz verantwortlich. Trichophyton rubrum macht 50-70% und Trichophyton mentagrophytes 20-30% aller Fälle aus. Hefepilze und Schimmelpilze machen nur etwa 8% und 2% der Pilzinfektionen der Nägel aus.
Weil auch andere Nagelkrankheiten manchmal wie Pilzinfektionen aussehen, sollte bei Veränderungen immer sofort ein Hautarzt aufgesucht werden. Um eine eindeutige Diagnose abzugeben, entnimmt der Hautarzt eine Nagelprobe meist durch Abschneiden oder Abkratzen und untersucht diese. Anhand dieser Probe lässt sich unter dem Mikroskop erkennen, ob tatsächlich Pilze die Ursache der Nagelveränderung sind. Direkte Mikroskopie kann aber die Art des Krankheitserregers nicht identifizieren. Das kann nur durch das Anlegen einer „Pilzkultur" erfolgen.
Diese Laboruntersuchung erlaubt es, auch ähnliche Erscheinungen wie Schuppenflechte der Nägel oder allergische Reaktionen abzugrenzen.
Unabhängig von den Auslösern sind die Nägel der Zehen etwa viermal Mal häufiger betroffen als die der Finger. Verantwortlich hierfür ist unter anderem das feucht-warme Milieu in geschlossenen Schuhen, das Pilzen ideale Lebensbedingungen verschafft. Außerdem erleiden die Füße am Nagel und um den Nagel herum leicht und häufig kleine Verletzungen, beispielsweise durch schlecht sitzende Schuhe, Anstoßen der Zehen oder beim Barfußlaufen. Diese Mikroverletzungen dienen den Pilzerregern als Eintrittspforte. Je nachdem wo die Nagelpilzinfektion beginnt und welche Bereiche des Nagels sie betrifft, können unterschiedliche Behandlungen erforderlich sein.
Man unterscheidet verschiedene Arten von Nagelpilz:
Patienten können unter Umständen auch eine Kombination dieser Unterarten haben.
Fußpilz oder andere Hautpilze heilen manchmal von selbst (z.B. während eines Urlaubs, wenn nur wenig Kleidung getragen wird). Sie sollten sich aber nicht darauf verlassen und den Pilz in jedem Fall angemessen behandeln, denn der Fußpilz kann sich weiter ausbreiten und z.B. einen Nagel infizieren. Im Gegensatz zu Fußpilz heilt Nagelpilz jedoch nie von selbst. Ganz im Gegenteil: Unter der Nagelplatte sitzt der Pilz so gut versteckt, dass er sogar eine laufende Behandlung monatelang übersteht. Wird er nicht adäquat behandelt, droht die fortschreitende Zerstörung der betroffenen Nägel sowie eine Ausbreitung auf weitere, bisher noch nicht infizierte Nägel.
Die Zerstörung des Nagels verursacht nicht nur Schmerzen, Kribbeln oder Taubheitsgefühle, sondern öffnet auch die Tür für weitere Komplikationen (z.B. bakterielle Infektionen).
Außerdem nagt der Nagelpilz auch am Selbstwertgefühl der Betroffenen und reduziert die Lebensqualität, denn ihnen ist das Aussehen der Nägel unangenehm.
Wichtig zu wissen ist auch, dass die Betroffenen Familienangehörige oder andere Menschen in ihrem sozialen Umfeld anstecken können. Nagelpilz sollte daher in jedem Fall ärztlich behandelt werden.