Möglichkeiten der Therapie von Nagelpilz

Die Therapie von Nagelpilz galt früher als langwierig und schwierig. Durch die Entwicklung moderner Antimykotika (Antipilzmittel) ist sie in den letzten Jahren jedoch deutlich effektiver geworden. Prinzipiell gibt es drei Behandlungsansätze:
1. Die topische Therapie – dies ist eine örtliche Behandlung mit einem antimykotischem Nagellack und/oder eine atraumatische Entfernung des Nagels
2. Die systemische Therapie – sie ist eine körperweite Behandlung mit oral wirksamen Antimykotika in Form von Tabletten.

Topische Therapie:

Bei mäßig bis mittelstarken Infektionen empfiehlt der Arzt in der Regel antimykotische Nagellacke.

Die antimykotischen Nagellacke enthalten ein Breitspektrum-Antimykotikum, das gegen eine große Bandbreite von Erregern wirkt (z.B. die Wirkstoffe Ciclopirox oder Amorolfin).

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind bei der Lokaltherapie selten. Die Behandlung dauert mehrere Monate bis ein Jahr – solange bis ein gesunder Nagel nachgewachsen ist. Antimykotische Nagellacke sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.
Alternativ zur Behandlung mit einem Lack kann der Nagel auch mit einer hochprozentigen Harnstoffsalbe aufgeweicht und mechanisch abgetragen werden. Diese sogenannte atraumatische Entfernung des Nagels sollte begleitet werden von einer Behandlung mit antimykotischen Cremes oder Lösungen.

Systemische Therapie:

Wenn viele Nägel infiziert sind oder der Pilz bei einzelnen Nägel schon bis zur schwer zugänglichen Nagelwurzel vorgedrungen ist, ist es schwierig den Pilz nur von außen zu bekämpfen.

Dann kann die Einnahme von Antimykotika angezeigt sein, die von innen den Pilz abtöten. Oral wirksame Wirkstoffe sind z.B. Fluconazol, Terbinafin oder Itraconazol. Die Therapie mit diesen Wirkstoffen erfolgt oft in Intervallen. Da diese Antimykotika auf den gesamten Körper wirken, können Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten vorkommen.

Antimykotika zum Einnehmen sind veschreibungspflichtig. Die Heilungsrate kann verbessert werden, wenn gleichzeitig auch eine lokale Behandlung mit einem Nagellack erfolgt.

Nagelentfernung:

Da der Pilz nicht in der Nagelplatte sitzt (bzw. nur an deren Unterseite), liegt die Idee nahe, den Nagel komplett zu entfernen, um schnell an den Pilzherd zu kommen. Tatsächlich wurden bis vor einigen Jahren regelmäßig befallene Nägel unter örtlicher Betäubung gezogen und dann das Nagelbett mit antimykotischen Salben oder Tinkturen behandelt. Diese Methode ist nicht empfehlenswert, da sie viele Nachteile für den Patienten hat.

Es ist immer sinnvoll, die erkrankten Nagelpartien vor Behandlungsbeginn möglichst vollständig zu entfernen. Medizinische Fußpfleger (Podologen) verfügen hierzu über spezielles Werkzeug und hygienische Schutzmaßnahmen, denn das entfernte Nagelmaterial ist stark mit Pilzen und Pilzsporen infiziert.

Die Behandlung eines Nagelpilzes dauert immer mehrere Monate (an Fußnägeln nicht selten ein Jahr) und erfordert eine gewisse Disziplin – dafür wird sie am Ende mit schönen, pilzfreien Nägeln belohnt. Rückfälle kommen, vor allem bei vorgeschädigtem Gewebe, vor. Deswegen ist anschließend eine konsequente Vorbeugung sinnvoll.

 

 

Behandlung von Nagelpilzinfektionen

Weil der Nagel langsam wächst, dauert es auch entsprechend lange, bis krankes Nagelmaterial heraus und gesunder Nagel wieder nachwächst. Nagelpilz sollte daher frühzeitig erkannt und behandelt werden. Dann bestehen auch die besten Heilungschancen.

Es gibt lokale Präparate zur Anwendungen sowie Tabletten zum Einnehmen. Beide Arten der Behandlung müssen über mehrere Monate durchgeführt werden, um den Pilz ausreichend lange zu bekämpfen. Sobald mehr als 3 Nägel betroffen sind, empfiehlt der Arzt meist die Kombination beider Behandlungsarten, weil dann die Erfolgsaussichten am größten sind.

 

Lokale Behandlung (von außen)

Wird rechtzeitig behandelt, ist die lokale Therapie in der Regel zielführend: zur lokalen Behandlung von Nagelpilz, der die oberflächlichen Nagelschichten befallen hat,  wird in der Regel ein medizinischer Nagellack empfohlen, der direkt auf den befallenen Nagel aufgetragen wird. Sollte der Erreger nicht genau identifiziert sein, wird üblicher  Weise zu einem Nagellack mit einem Wirkstoff gegriffen, der sich gegen das ganze Spektrum der möglichen Erreger richtet. Man spricht hier auch von einem Breitspektrum-Antimykotikum.

Manche Präparate erfordern vor dem Auftragen das Aufrauen der Nageloberfläche mit einer Feile, um das Eindringen der Wirkstoffe zu erleichtern. Demgegenüber stehen medizinische Nagellacke, die ohne ein derartiges Aufrauen direkt aufgetragen werden können und die zudem wasserlöslich sind. Das heißt, sie können nach dem Einwirken mit Wasser abgewaschen werden und müssen nicht mit Nagellackentferner entfernt werden. Medizinischer Nagellack ist in der Apotheke rezeptfrei erhältlich.

Eine Entfernung des Nagels wird heutzutage von den Hautärzten normalerweise abgelehnt, weil nicht garantiert ist, dass der Nagel wieder wächst und sich die Pilzinfektion nicht auf das nachwachsende Gewebe weiter überträgt.

 

Orale Behandlung (Einnahme)

Während die lokale Behandlung in der Regel unproblematisch ist, kann die orale Behandlung mögliche Nebenwirkungen auf andere Körperorgane (besonders Leber, Haut und/oder Knochenmark) haben.
Um die Nebenwirkungen zu überwachen, wird Ihr Arzt Sie zu periodischen Blutproben (normalerweise monatlich) während der Behandlung bestellen. Einige der unten aufgeführten Symptome sollten Sie sofort bei Ihrem Arzt melden:

 

  • ungewöhnliche Erschöpfung
  • schwerwiegender Appetitverlust
  • Übelkeit
  • Gelbe Augen
  • dunkler Urin
  • bleicher Stuhl
  • Hautprobleme
  • Blutungen
  • vergrößerte Lymphdrüsen
  • Zeichen von Infektionen

 

Dauer und Geduld bei der Behandlung

Die Antipilz-Behandlung unterdrückt die Nagelinfektion normalerweise, wenn sie wie vorgeschrieben angewendet wird. Leider kann man keine permanente Heilung garantieren. Mindestens 1 von 5 Patienten oder 20% hat eine erneute Nagelinfektion nach einiger Zeit (z.B. durch nicht korrekt desinfizierte Schuhe, Ping-Pong-Infektion mit anderen infizierten Familienmitgleidern o.ä.).

Die lokale Therapie eines Nagelpilzes ist äußerst langwierig: Ein Fußnagel braucht 9-12 Monate oder länger, um einmal komplett gesund nachzuwachsen. Ein Fingernagel benötigt weniger Zeit und wächst in der Regel bereits innerhalb von 6 Monaten einmal vollständig nach. Erst wenn der Nagel einmal vollständig gesund nachgewachsen ist, sollte die Nagelpilztherapie beendet werden. Nur ein solches konsequentes Handeln schützt vor Rückfällen, aber auch vor dem Befall weiterer Nägel oder der Haut.

 
 
 
 

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