Nagelpilz Ratgeber

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Nagelpilz – eine Volkskrankheit

Nagelpilz ist eine Zivilisationskrankheit. Nach verschiedenen Schätzungen leiden etwa 10-15 % der Bevölkerung unter Nagelpilz. Im Prinzip kann der Pilz jeden treffen, schließlich sind die Erreger weltweit verbreitet und überall in unserer Umwelt vorhanden. Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter kontinuierlich an. Während Nagelpilz bei Kindern nur selten vorkommt, sind bereits 20-30 % der über 40-Jährigen infiziert. Im Alter über 65 Jahren hat jeder Zweite Nagelpilz.

Risikofaktoren für eine Nagelpilzerkrankung

Obwohl die Erreger praktisch überall vorkommen, ist das Ansteckungsrisiko dort besonders hoch, wo viele Menschen barfuß laufen und wo ein feucht-warmes Klima herrscht – also in Saunen oder den Umkleidekabinen und Duschen von Schwimmbädern, Fitness-Studios, Hotels, Sporthallen oder Zeltplätzen. Ein weiterer Risikofaktor für eine Ansteckung sind häufige Verletzungen oder eine starke mechanische Belastung der Hände und Füße. Sportler, die häufig Turnschuhe tragen und viel in ihnen schwitzen, sind besonders gefährdet. Bei ihnen kommt ein gesteigertes Risiko für winzige Verletzungen und ein regelmäßiger Aufenthalt an Orten mit hohem Ansteckungsrisiko hinzu.

Das Risiko steigt auch mit zunehmendem Lebensalter, da im Alter die Immunabwehr sinkt und sich das Nagelwachstum verlangsamt, so dass Pilze hier ein leichteres Spiel haben. Besonders anfällig für eine Nagelpilz-Infektion sind Personen mit Durchblutungsstörungen, Diabetiker und immungeschwächte Personen.

Wie kommt es zur Nagelpilz Infektion?

Damit es zu einer Infektion des Nagels kommt, müssen zum einen Pilze vorhanden sein und zum anderen muss ein Defekt in der Hornschicht vorliegen, durch den der Pilz eindringen kann. Häufig greift eine bereits vorhandene Pilzinfektion der Haut auf den Nagel über, aber auch der umgekehrte Weg ist möglich.

Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen Fuß- und Nagelpilz. Wird Fußpilz nicht behandelt, so kann er auch den Nagel infizieren. Rund dreißig Prozent der Patienten mit einer Hautpilzinfektion hat auch Nagelpilz. Der Befall kann jeden Bestandteil der Nageleinheit einschließlich der Nagelmatrix (= Nagelbildungszone), des Nagelbetts oder der Nagelplatte einschließen.

Im Gegensatz zu einer Pilzinfektion der Haut bereitet ein Nagelpilz kaum Beschwerden. Lästige Symptome wie Juckreiz und Schmerzen fehlen in der Regel. So ignorieren viele der Betroffenen einen Nagelpilz oder betrachten diesen als harmloses kosmetisches Problem.

Wie erkennt der Arzt einen Nagelpilz?

Erkrankte Nägel verlieren ihren Glanz und werden allmählich trübe und undurchsichtig. Meistens zeigt sich der Pilzbefall zuerst am freien Rand des Nagels durch kleine, halbrunde oder längliche Weißfärbungen. Von den Außenkanten des freien Nagelrandes breitet sich die Infektion zur Mitte und zum Nagelwall hin aus. Im Verlauf der Infektion verfärben sich die befallenen Nagelpartien gelblich, bernsteinfarben oder sogar manchmal dunkel. Mit der Zeit verändert sich auch die Struktur der Nägel: die Nagelplatte verdickt sich, ihre Oberfläche wird uneben und der Nagel beginnt am freien Nagelrand zu bröckeln. Später löst sich der Nagel oft vom Nagelbett ab. Diese Veränderungen des Nagels bleiben lange Zeit schmerzlos. Schmerzen treten erst dann auf, wenn der Nagel seine Schutzfunktion für die Finger- oder Zehenspitze nicht mehr erfüllt.


Nagelpilz Erreger und Arten der Infektion

Eine Pilzinfektion des Nagels entsteht in mehr als 80% der Fälle durch Fadenpilze (Dermatophyten). Diese benötigen Hornmaterial (Keratin) als Existenzgrundlage. Daher befallen sie Nägel, Haut und Haare – aber nicht die Schleimhäute.

Seltener sind Schimmelpilze und Hefepilze (Candida-Arten) an einem Nagelpilz beteiligt. Aus der Klasse der Fadenpilze sind zwei Krankheitserreger für etwa 80% aller Infektionen mit Nagelpilz verantwortlich. Trichophyton rubrum macht 50-70% und Trichophyton mentagrophytes 20-30% aller Fälle aus. Hefepilze und Schimmelpilze machen nur etwa 8% und 2% der Pilzinfektionen der Nägel aus.

Weil auch andere Nagelkrankheiten manchmal wie Pilzinfektionen aussehen, sollte bei Veränderungen immer sofort ein Hautarzt aufgesucht werden. Um eine eindeutige Diagnose abzugeben, entnimmt der Hautarzt eine Nagelprobe meist durch Abschneiden oder Abkratzen und untersucht diese. Anhand dieser Probe lässt sich unter dem Mikroskop erkennen, ob tatsächlich Pilze die Ursache der Nagelveränderung sind. Direkte Mikroskopie kann aber die Art des Krankheitserregers nicht identifizieren. Das kann nur durch das Anlegen einer „Pilzkultur“ erfolgen.

Diese Laboruntersuchung erlaubt es, auch ähnliche Erscheinungen wie Schuppenflechte der Nägel oder allergische Reaktionen abzugrenzen.

Unabhängig von den Auslösern sind die Nägel der Zehen etwa viermal Mal häufiger betroffen als die der Finger. Verantwortlich hierfür ist unter anderem das feucht-warme Milieu in geschlossenen Schuhen, das Pilzen ideale Lebensbedingungen verschafft. Außerdem erleiden die Füße am Nagel und um den Nagel herum leicht und häufig kleine Verletzungen, beispielsweise durch schlecht sitzende Schuhe, Anstoßen der Zehen oder beim Barfußlaufen. Diese Mikroverletzungen dienen den Pilzerregern als Eintrittspforte. Je nachdem wo die Nagelpilzinfektion beginnt und welche Bereiche des Nagels sie betrifft, können unterschiedliche Behandlungen erforderlich sein.

Man unterscheidet verschiedene Arten von Nagelpilz:

  • Bei einer sog. DLSO distolaterale subunguale Onychomykose = Nagelpilz unter dem Nagel, (von vorne oder seitlich) beginnt die Nagelinfektion vorne oder seitlich unter dem freien Nagelrand und wächst in Richtung Nagelwurzel Entzündungen in diesen Bereichen des Nagelapparates verursachen die typischen physischen Symptome. Die DLSO zeigt dicke und milchige Stellen auf der Nagelplatte, die sich von weiß über gelb nach braun verfärben können. Der Rand und die Kante des betroffenen Bereichs sind oft sehr brüchig.
  • Weißer oberflächlicher (superfizieller) Nagelpilz (WSO= weiße superfizielle Onychomykose): Eine WSO ist normalerweise auf die Zehennägel beschränkt und zeigt kleine, weiße gesprenkelte oder pulvrige Flecken auf der Oberfläche der Nagelplatte. Der Nagel wirkt aufgeraut und neigt zum Zerfall.
  • Eine Infektion der Nagelwurzel beginnt hinten unter dem Nagelhäutchen und wächst in den Nagel hinein (PSO = proximale subunguale Onychomykose = Nagelpilz, von hinten/unten beginnend). Die PSO zeigt einen weißen Bereich im unteren Teil des Nagels an, der Nagel wird aber meist nicht zerstört.
  • Eine Infektion im Inneren der Nagelplatte (EO = Endonyx- Onychomykose): Die EO zeigt eine milchige weiße Verfärbung der Nagelplatte an, aber im Gegensatz zur DLSO sind oft keine Anzeichen einer Nagelzerstörung und –auflösung vorhanden.

Patienten können unter Umständen auch eine Kombination dieser Unterarten haben.

 

Nagelpilz heilt nie von selbst!

Fußpilz oder andere Hautpilze heilen manchmal von selbst (z.B. während eines Urlaubs, wenn nur wenig Kleidung getragen wird). Sie sollten sich aber nicht darauf verlassen und den Pilz in jedem Fall angemessen behandeln, denn der Fußpilz kann sich weiter ausbreiten und z.B. einen Nagel infizieren. Im Gegensatz zu Fußpilz heilt Nagelpilz jedoch nie von selbst. Ganz im Gegenteil: Unter der Nagelplatte sitzt der Pilz so gut versteckt, dass er sogar eine laufende Behandlung monatelang übersteht. Wird er nicht adäquat behandelt, droht die fortschreitende Zerstörung der betroffenen Nägel sowie eine Ausbreitung auf weitere, bisher noch nicht infizierte Nägel.

Die Zerstörung des Nagels verursacht nicht nur Schmerzen, Kribbeln oder Taubheitsgefühle, sondern öffnet auch die Tür für weitere Komplikationen (z.B. bakterielle Infektionen).

Außerdem nagt der Nagelpilz auch am Selbstwertgefühl der Betroffenen und reduziert die Lebensqualität, denn ihnen ist das Aussehen der Nägel unangenehm.

Wichtig zu wissen ist auch, dass die Betroffenen Familienangehörige oder andere Menschen in ihrem sozialen Umfeld anstecken können. Nagelpilz sollte daher in jedem Fall ärztlich behandelt werden.


Erscheinungsbild und Diagnose bei Nagelpilz

Der Arzt erkennt eine Nagelpilzinfektion oft bereits am charakteristischen Aussehen der Nägel. Für die genaue Diagnosestellung kann der Arzt verschiedene Untersuchungen durchführen. Dazu entnimmt der Arzt am Übergangsbereich zwischem gesunden und erkranktem Nagel eine Probe. Die Probe kann anschließend unter dem Mikroskop untersucht werden (der Arzt spricht von einem Nativpräparat). Werden unter dem Mikroskop Pilzfäden sichtbar, ist der Verdacht auf eine Pilzinfektion bestätigt. Im Nativpräparat ist es allerdings nicht möglich den genauen Errger zu bestimmen.

Hierzu legt der Arzt eine Pilzkultur an. Dazu gibt der Arzt pilzhaltiges Nagelmaterial in ein Plastikschälchen mit einem Nährboden, der den Pilz optimal wachsen lässt. Innerhalb von wenigen Tagen bis Wochen wächst in dem Schälchen ein stattliches Pilzgeflecht, das nun eine genaue Bestimmung des Erregers ermöglicht.

Viele Nagelkrankheiten können mit einer Pilzinfektion verwechselt werden. Gerade bei der Nagelpsoriasis (Schuppenflechte am Nagel) finden sich auch ähnliche Symptome wie gelbe Verfärbungen, Verdickungen und Ablösung des Nagels vom Nagelbett sowie eine brüchige und zerstörte Nageloberfläche. Die Verfärbungen sind denen der Nagelpilzinfektion sehr ähnlich und reichen von weiß bis gelbgräulich (sogenannte Ölflecken).

Auch beim Nagelekzem kommt es zu unregelmäßiger Nageloberfläche, Verfärbung und auch Verdickung der Nagelplatte und Brüchigkeit.

Die Juckknötchenflechte (med. Lichen ruber planus) kann einen ähnlichen Verlauf wie der Nagelpilzbefall aufweisen.

Darüber hinaus gibt es noch weitere Ursachen für geschädigte Nägel, die durch einen Hautarzt abgeklärt werden sollten. Das ist wichtig, weil bei Nagelstörungen die Nägel häufig zusätzlich mit einem Pilz befallen sind.

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Nagelpilz und Immunsystem

Nagelpilzinfektionen treten häufiger bei Personen auf, die unter einem geschwächten Immunsystem leiden. Besonders betroffen sind Personen, die Präparate mit Kortison oder zur Immunsystem-Unterdrückung (Transplantierte, HIV-positive Patienten) einnehmen müssen. Auch Personen mit Durchblutungsstörungen (Diabetiker, Allergiker, starke Raucher) neigen leichter zu Pilzinfektionen.

Bei all diesen Personen empfiehlt sich eine Vorbeugung und soweit möglich eine Unterstützung der körpereigenen Abwehr, um zukünftige Gesundheitsprobleme zu verhindern.

Vorbeugung gegen Nagelpilz

Alle Pilze, auch die Erreger des Nagelpilzes, bevorzugen eine feuchte und warme Umgebung. Wenn die Wachstumsbedingungen für die Pilze nicht optimal sind, können sie auch in Form von Sporen – dies sind äußerst widerstandsfähige Überdauerungsformen – lange Zeit überleben, z.B. im Teppich, Badematten, in kalten Schuhen, Einlegesohlen, in Strümpfen und Socken im 30° C-Waschgang usw.

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Hier finden Sie einige Tipps, wie Pilzinfektionen verhindert werden können:

  • Trocknen Sie Ihre  Füße nach dem Waschen gut ab, auch die Zehenzwischenräume.
  • Tragen Sie luftdurchlässige Schuhe, z.B. aus Leder, so dass Fußschweiß und Wärme leicht entweichen können
  • Tragen Sie Socken aus saugfähigen Materialien wie Baumwolle
  • Tragen Sie Badeschuhe in öffentlichen Duschen und Bädern
  • Schneiden Sie Ihre Zehennägel kurz, um Verletzungen zu reduzieren
  • Tragen Sie Schuhe, die richtig passen, um Druck auf die Zehen zu vermeiden
  • Tragen Sie keine Schuhe von anderen Personen
  • Vermeiden Sie das Tragen von Sport-/Tennisschuhen im Alltag
  • Desinfizieren Sie regelmäßig Ihre Schuhe mit pilztötenden Sprays, z.B. Myfungar Schuhspray

Möglichkeiten der Therapie von Nagelpilz

Die Therapie von Nagelpilz galt früher als langwierig und schwierig. Durch die Entwicklung moderner Antimykotika (Antipilzmittel) ist sie in den letzten Jahren jedoch deutlich effektiver geworden. Prinzipiell gibt es drei Behandlungsansätze:

1. Die topische Therapie – dies ist eine örtliche Behandlung mit einem antimykotischem Nagellack und/oder eine atraumatische Entfernung des Nagels

2. Die systemische Therapie – sie ist eine körperweite Behandlung mit oral wirksamen Antimykotika in Form von Tabletten.

Topische Nagelpilz Therapie:

Bei mäßig bis mittelstarken Infektionen empfiehlt der Arzt in der Regel antimykotische Nagellacke.

Die antimykotischen Nagellacke enthalten ein Breitspektrum-Antimykotikum, das gegen eine große Bandbreite von Erregern wirkt (z.B. die Wirkstoffe Ciclopirox oder Amorolfin).

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind bei der Lokaltherapie selten. Die Behandlung dauert mehrere Monate bis ein Jahr – solange bis ein gesunder Nagel nachgewachsen ist. Antimykotische Nagellacke sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

Alternativ zur Behandlung mit einem Lack kann der Nagel auch mit einer hochprozentigen Harnstoffsalbe aufgeweicht und mechanisch abgetragen werden. Diese sogenannte atraumatische Entfernung des Nagels sollte begleitet werden von einer Behandlung mit antimykotischen Cremes oder Lösungen.

Eine gute Übersicht zum Thema Nagelpilz behandeln inklusive Videos, Bildern und Antworten auf die Frage: Was tun gegen Nagelpilz – Wie helfen Hausmittel, Nagellack und Tabletten? finden Sie in unserem Nagelpilz Ratgeber unter: www.ciclopoli.de/nagelpilz-behandlung/

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Systemische Nagelpilz Therapie:

Wenn viele Nägel infiziert sind oder der Pilz bei einzelnen Nägel schon bis zur schwer zugänglichen Nagelwurzel vorgedrungen ist, ist es schwierig den Pilz nur von außen zu bekämpfen.

Dann kann die Einnahme von Antimykotika angezeigt sein, die von innen den Pilz abtöten. Oral wirksame Wirkstoffe sind z.B. Fluconazol, Terbinafin oder Itraconazol. Die Therapie mit diesen Wirkstoffen erfolgt oft in Intervallen. Da diese Antimykotika auf den gesamten Körper wirken, können Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten vorkommen.

Antimykotika zum Einnehmen sind veschreibungspflichtig. Die Heilungsrate kann verbessert werden, wenn gleichzeitig auch eine lokale Behandlung mit einem Nagellack erfolgt.

Nagelentfernung:

Da der Pilz nicht in der Nagelplatte sitzt (bzw. nur an deren Unterseite), liegt die Idee nahe, den Nagel komplett zu entfernen, um schnell an den Pilzherd zu kommen. Tatsächlich wurden bis vor einigen Jahren regelmäßig befallene Nägel unter örtlicher Betäubung gezogen und dann das Nagelbett mit antimykotischen Salben oder Tinkturen behandelt. Diese Methode ist nicht empfehlenswert, da sie viele Nachteile für den Patienten hat.

Es ist immer sinnvoll, die erkrankten Nagelpartien vor Behandlungsbeginn möglichst vollständig zu entfernen. Medizinische Fußpfleger (Podologen) verfügen hierzu über spezielles Werkzeug und hygienische Schutzmaßnahmen, denn das entfernte Nagelmaterial ist stark mit Pilzen und Pilzsporen infiziert.

Die Behandlung eines Nagelpilzes dauert immer mehrere Monate (an Fußnägeln nicht selten ein Jahr) und erfordert eine gewisse Disziplin – dafür wird sie am Ende mit schönen, pilzfreien Nägeln belohnt. Rückfälle kommen, vor allem bei vorgeschädigtem Gewebe, vor. Deswegen ist anschließend eine konsequente Vorbeugung sinnvoll.

Behandlung von Nagelpilzinfektionen

Weil der Nagel langsam wächst, dauert es auch entsprechend lange, bis krankes Nagelmaterial heraus und gesunder Nagel wieder nachwächst. Nagelpilz sollte daher frühzeitig erkannt und behandelt werden. Dann bestehen auch die besten Heilungschancen.

Es gibt lokale Präparate zur Anwendungen sowie Tabletten zum Einnehmen. Beide Arten der Behandlung müssen über mehrere Monate durchgeführt werden, um den Pilz ausreichend lange zu bekämpfen. Sobald mehr als 3 Nägel betroffen sind, empfiehlt der Arzt meist die Kombination beider Behandlungsarten, weil dann die Erfolgsaussichten am größten sind.

Lokale Nagelpilz Behandlung (von außen)

Wird rechtzeitig behandelt, ist die lokale Therapie in der Regel zielführend: zur lokalen Behandlung von Nagelpilz, der die oberflächlichen Nagelschichten befallen hat,  wird in der Regel ein medizinischer Nagellack empfohlen, der direkt auf den befallenen Nagel aufgetragen wird. Sollte der Erreger nicht genau identifiziert sein, wird üblicher  Weise zu einem Nagellack mit einem Wirkstoff gegriffen, der sich gegen das ganze Spektrum der möglichen Erreger richtet. Man spricht hier auch von einem Breitspektrum-Antimykotikum.

Manche Präparate erfordern vor dem Auftragen das Aufrauen der Nageloberfläche mit einer Feile, um das Eindringen der Wirkstoffe zu erleichtern. Demgegenüber stehen medizinische Nagellacke, die ohne ein derartiges Aufrauen direkt aufgetragen werden können. Dazu gehört der wasserlösliche Nagellack Ciclopoli gegen Nagelpilz. Er kann einfach  mit Wasser abgewaschen werden und muss nicht mit Nagellackentferner entfernt werden. Dieser medizinische Nagellack ist in der Apotheke rezeptfrei erhältlich.

Eine Entfernung des Nagels wird heutzutage von den Hautärzten normalerweise abgelehnt, weil nicht garantiert ist, dass der Nagel wieder wächst und sich die Pilzinfektion nicht auf das nachwachsende Gewebe weiter überträgt.

Orale Nagelpilz Behandlung (Einnahme)

Während die lokale Behandlung in der Regel unproblematisch ist, kann die orale Behandlung mögliche Nebenwirkungen auf andere Körperorgane (besonders Leber, Haut und/oder Knochenmark) haben.

Um die Nebenwirkungen zu überwachen, wird Ihr Arzt Sie zu periodischen Blutproben (normalerweise monatlich) während der Behandlung bestellen. Einige der unten aufgeführten Symptome sollten Sie sofort bei Ihrem Arzt melden:

  • ungewöhnliche Erschöpfung
  • schwerwiegender Appetitverlust
  • Übelkeit
  • Gelbe Augen
  • dunkler Urin
  • bleicher Stuhl
  • Hautprobleme
  • Blutungen
  • vergrößerte Lymphdrüsen
  • Zeichen von Infektionen

Dauer und Geduld bei der Behandlung von Nagelpilz

Die Antipilz-Behandlung unterdrückt die Nagelinfektion normalerweise, wenn sie wie vorgeschrieben angewendet wird. Leider kann man keine permanente Heilung garantieren. Mindestens 1 von 5 Patienten oder 20% hat eine erneute Nagelinfektion nach einiger Zeit (z.B. durch nicht korrekt desinfizierte Schuhe, Ping-Pong-Infektion mit anderen infizierten Familienmitgleidern o.ä.).

Die lokale Therapie eines Nagelpilzes ist äußerst langwierig: Ein Fußnagel braucht 9-12 Monate oder länger, um einmal komplett gesund nachzuwachsen. Ein Fingernagel benötigt weniger Zeit und wächst in der Regel bereits innerhalb von 6 Monaten einmal vollständig nach. Erst wenn der Nagel einmal vollständig gesund nachgewachsen ist, sollte die Nagelpilztherapie beendet werden. Nur ein solches konsequentes Handeln schützt vor Rückfällen, aber auch vor dem Befall weiterer Nägel oder der Haut.

 

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